Kraftort Demonstration

26.08.2021

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„Ladet mich nicht zu einer Anti-Kriegs-Demo ein, sondern zu einer Friedens-Demo“, sagte einst Mutter Teresa, weil sie verstand, wie wichtig die Motivation ist, die dahinter steht.

 

Demonstrieren bedeutet nicht automatisch, etwas abzulehnen, sondern eine Meinung zu zeigen. Eine Demo ist somit eine Versammlung von Menschen, die ihre Ansichten kundtun. Geschieht das auf friedliche Weise, kann das für das Erwachen sehr nützlich sein.

 

Die aktuellen Ereignisse haben den vergangen geglaubten Hippie-Geist wieder auferstehen lassen. Die Bewegung, die in die 60er Jahre geboren und deren Energien und Errungenschaften bis heute nachwirken, wollte den Krieg der Mächtigen nicht mehr akzeptieren und sich friedlich, aber lautstark zu Wort melden.

Sie veränderten mehr als uns bewusst ist. Sie brachten mehr Mut zur Erde, um für Rechte aufzustehen – und das auf sehr bunte (oder nackte) Weise mit musikalischer Fröhlichkeit. Sie ebneten den Weg für gesellschaftliche Umbrüche, wie zum Beispiel die Chance zur Selbstverwirklichung der Frau durch die Erhöhung der weiblichen Energien, freie Meinungsäußerung, aber auch freie Sexualität.

 

Die heutigen Demonstranten – ganz ihren Vorbildern, den liebesversprühenden Hippies, treu – sind wegen ihrer Art, Dinge auszusprechen, die niemand in seinem Traumland hören möchte, bei nicht erwachten Zeitgenossen unbeliebt. Und verständlich, denn im gesegneten Reich der Schlafwandler ist die Welt noch in Ordnung. Jemand kümmert sich darum, dass der tiefgefürchtete Tod hinausgezögert wird. Fast könnte man meinen, er würde jetzt gänzlich verhindert werden, dank der vergleichsweise harmlosen Abstriche, die zu ziehen sind, wie der Verzicht auf alles, was das Leben lebenswert macht.

 

Kein Wunder, dass Menschen, die sich diesen Einschränkungen widersetzen und auch noch laut ihre allgemein nicht akzeptierte Meinung bei Demonstrationen kundtun, neidisch beäugt und heftig kritisiert werden. Wenig hilfreich ist dabei, dass sie sich friedlich verhalten und nur fordern, wonach sich eigentlich jeder Mensch in seinem Inneren sehnt: Frieden und Freiheit.

 

Mischt man sich unter dieses rebellische Volk, erkennt man, dass sie einfach ihren niederen menschlichen Trieben folgen, wie lachen, sich umarmen, und auch noch offen zu ihrer Meinung stehen. Verhaltensweisen, die selbst in unserer langen Geschichte von Unterdrückung und Unmenschlichkeit niemals zuvor verboten wurden, werden dort ungeniert ausgelebt. Ärgerlich ist ebenso, dass man ihnen nicht einmal die Gefährdung der Menschheit anlasten kann, denn eine Seuchenausbreitung durch diese Zusammenkünfte konnte nie nachgewiesen werden. Ganz im Gegenteil – es scheint auch noch ihr Immunsystem zu stärken.

 

Die friedlichen Energien, die bei diesen Reden oder Spaziergängen die Luft erfüllen und großteils maskenlos eingeatmet werden, geben Kraft und Hoffnung. Es ist wie ein Licht in dieser dunklen Zeit, wenn man Fröhlichkeit und Freundlichkeit unter Gleichgesinnten findet. Liebe, Zusammengehörigkeit, Menschlichkeit und natürlich Freiheit werden besungen und öffnen Herzen. Gemeinsame Meditationen und Friedensketten erschaffen Energiewolken, die dann über die Welt ziehen.

Tage danach trage ich diesen aufgetankten Mut immer noch in mir und bin mir sicher, dass das Gute siegen wird.

 

Doch vergleichsweise wenige Spirituelle mischen sich unter das demonstrierende Volk, dennoch hat diese Minderheit eine besondere Wirkung – ansteckender als jedes Virus – und wahrt dadurch den Frieden. Ebenso wird es mit dem Rest der Menschheit sein: Ein kleiner Teil erwachter Menschen, die mutig voranschreiten, ist ausreichend, um einen großen Teil unschlüssiger anzuziehen und mitzureißen. Gandhi formulierte es einst so: „Eine kleine Zahl entschlossener Geister, die durch den unerschütterlichen Glauben an ihre Mission befeuert wird, kann den Lauf der Geschichte verändern."

 

Und wie wäre das möglich, wenn sie sich zu Hause versteckten? Eine Menschenansammlung ist der ideale Ort und erreicht durch die Live-Streams auch die neugierigen Zuseher auf ihrer Couch. Und da der Mensch von Natur aus empfänglich ist für Freude und Freundlichkeit, kann er nicht auf Dauer böse sein auf diese angeblichen Lebensgefährder, die in Wahrheit genau für das Leben eintreten. Auch in den zähneknirschenden Machthabern muss eine solche Bewegung wenigstens kurze, doch umso heftigere Panikexplosionen verursachen.

Denn jetzt und in der unmittelbaren künftigen Zeit werden viele Trompeten nötig sein, um die Welt aufhorchen zu lassen. Wird die Welt viele Stimmen brauchen, welche die Worte der Wahrheit und Heilung verkünden, nach denen sich die Abermillionen sehnen. Und die Welt vieler Herzen bedürfen, die sich vereinen, um die Arbeit der Seele zu leisten und die darauf vorbereitet sind, die Arbeit Gottes zu tun.“ (Walsch: 221)

 

Wer also behauptet, Demonstrationen würden nichts bringen, der möge sich über diese Wirkungen einmal genauere Gedanken machen. Und wer zwischenzeitlich die Hoffnung verliert, der könnte sich durch eines der vielen Videos, die uns von fleißigen Demonstranten jedes Mal zur Verfügung gestellt werden und der Nachwelt zeigen, wie Radikale heutzutage aussehen, wieder in diese Energien des Mutes und der Zuversicht hineinziehen lassen.

 

Ich empfehle hier nicht, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, denn es ist nicht jedermanns Sache, sich gegen Verordnungen und Polizeigewalt zu stellen, doch wer sich angezogen fühlt, sollte sich durch Angst nicht abhalten lassen. Die Zeit des furchtsamen Rückzugs ist vorbei.

Jeder Teilnehmer ist auf irgendeiner Stufe des Erwachens, doch „Anfänger“ wissen noch nicht, wie sie mit ihrer noch nicht aufgelösten Wut und Zukunftsangst umgehen sollen. Dabei können wir ihnen helfen, wenn wir unsere, trotz der momentanen Zustände, ruhige und optimistische Ausstrahlung mit ihnen teilen. Und je mehr Menschen sich in Liebe versammelt, desto mehr Mut bekommen jene, die sich jetzt noch ängstlich hinter dem Mainstream verstecken.

 

Wer sich aber nicht dazu berufen fühlt, an solchen Demonstrationen teilzunehmen, kann dennoch helfen. Die fast vergessene Tradition des Segnens kann die Schwingungen noch erhöhen und sogar Verhärtungen der Gegner aufbrechen.

„Segen macht uns frei. Etwas zu segnen bedeutet, potenziell Gutes durch Worte, Bilder, Gesten und Taten zu bekräftigen und das, was gesegnet wird, mit Licht zu versiegeln. Der Segen lässt die Zellstrukturen aller Lebewesen aufleuchten und verleiht ihnen Schönheit und Vitalität. Wir bringen mit dieser Geste Licht in die Welt und laden Energiefelder auf. Alles, was wir geben, kommt vielfach zu uns zurück.“ (Ruland: 28)

 

Auch jene Teilnehmer, die bereits einen so hohen Frustlevel haben, dass sie manchmal daran zweifeln, ob Friedfertigkeit wirklich zum gewünschten Ergebnis führt, können durch liebevolle Gedanken an sie besänftigt werden, da die herzlichen Energien all jener, die die immense Kraft der Liebe bereits begriffen haben, auf sie übertragbar sind – sogar aus der Ferne. Die Forschung bestätigt, „dass dann, wenn jemand an Sie denkt, Ihr Körper Veränderungen physiologischer Impulse aufweist, die davon abhängen, ob der Betreffende ruhig oder aufgeregt an Sie denkt.“ (Virtue: 136, 137)

 

 

Literatur:

Ruland, Jeanne. Die Kraft der Segnung; Schirner Verlag, 2013

Virtue, Doreen. Dein Leben im Licht; Allegria, 2014

Walsch, Neale Donald. Gespräche mit Gott, Band 1. Ein ungewöhnlicher Dialog; Wilhelm Goldmann Verlag, 1997

© Danny Lupp / www.himmelsrichtung.net