Das große Erwachen der Menschheit - Teil 3

08.06.2021

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn doch die Menschheit so genüsslich vor sich hinschnarcht, warum lässt man sie dann nicht einfach schlafen? Irgendwann ist sie von selbst ausgeschlafen und kriecht unter den Illusionsschleiern hervor, um zu sehen, was die Realität von ihren Traumbildern unterscheidet.

Ja, das war der ursprüngliche Plan. Wenn man vergleicht, wie weit sich der Reifegrad der Gesellschaften der Welt etwa seit Jesu Geburt entwickelt haben, hätte das noch gemütliche Jahrtausende dauern können. Erwachsenwerden ist schließlich nicht leicht. Doch blöderweise hat der technische Fortschritt den geistigen bereits jetzt überholt und das ist eine unberechenbare Mischung.

„Eine Erneuerung der Menschheit ist nötig, weil wir an einem Endpunkt angekommen sind. Wir sind mit unserem Stand der Technik fähig, uns selbst zu zerstören und auch, wenn das Erwachen voranschreitet, so ist es doch in Mäuschenschritten unterwegs und benötigt einen großen Schubs, um mithalten oder, besser gesagt, um aufhalten zu können. Mit anderen Worten, das Leben auf der Erde verändert sich, um fortbestehen zu können. Die Tatsache, dass es sich verändert, garantiert sein Fortbestehen.“ (Walsch: in Kapitel „Die Antworten auf die Fragen nach dem Warum und dem Wann“)

 

Es war also fünf vor zwölf, als die Entscheidung fiel, den Aufstieg aktiv voranzutreiben. Doch wohin soll diese Reise eigentlich gehen?

Das wichtigste Gut der Spirituellen ist die Freiheit.

Ähm, was? Für die meisten Menschen ein geheimnisvolles Wort, das höchstens die Bedeutung von einem Eigenheim, gelegentlich einem Urlaub, eventuell einem zweiten Auto und bei viel Glück von einer Frühpensionierung hat.

Doch wir sind optimistische Größenwahnsinnige, die ihren Blick Richtung völliger Selbstbestimmung richten. Zu erreichen ist das eigentlich ganz leicht: Kümmere dich weniger um das Außen und mehr um dich selbst.

Doch wer diesen Weg bereits begonnen hat, weiß, dass es ganz und gar nicht einfach ist, denn niemanden kennen wir weniger als uns selbst. Dennoch zahlt sich die Intensivierung dieser Bekanntschaft aus, da es nicht nur uns wandelt, sondern auch unsere Umgebung.

Je mehr Ängste wir überwinden, desto klarer wird unser Blick und auch unser Mut, hinzusehen und zu hinterfragen. Auf einmal durchschauen wir die Fassade. Wir überprüfen bisher Geglaubtes oder sogar „Gewusstes“ und entdecken, dass viele Grenzen nur existieren, weil wir sie uns gesetzt haben. Wir wandeln uns vom Opfer zum Schöpfer.

Wir erkennen uns selbst und auch alle anderen und begreifen, dass wir etwas bewegen können, weil nicht wir der Welt folgen, sondern die Welt uns. „Ihr Glück hängt nicht vom Frieden auf der Welt ab, sondern der Frieden auf der Welt hängt von Ihrem Glück ab. Die ganze Welt und alle Lebewesen auf ihr sind perfekte Reflexionen Ihrer innersten Gedanken.“ (Virtue: 339)

 

Wir sehen uns auf einmal als eine Einheit mit allen Lebewesen, was nicht nur dazu führt, dass man uns nachfolgt, wenn wir den Pfad der Angst verlassen, sondern auch dazu, dass wir Verständnis für all jene haben, die noch nicht so weit sind.

Kein Groll, keine Kränkungen und auch keine Wut kann sich mehr lange in uns halten und wir laden eine völlig neue Form der Lebensfreude ein, die nicht nach kurzer Zeit wieder verschwindet.

 

Sobald wir verstehen, dass jeder Gedanke und jede Handlung Auswirkungen auf alle anderen Menschen und auf uns selbst hat, werden wir achtsamer mit ihnen umgehen. In der Folge werden Neid und Gier abnehmen, und das bisher oft übertrieben praktizierte Gegeneinander führt in ein unterstützendes Miteinander.

 

Ein entspanntes Vertrauen in den Fluss des Lebens gesellt sich bald dazu und automatisch passt sich alles daran an – unsere berufliche Situation, unsere Beziehungen, unsere Gesundheit und schließlich auch der Rest unserer Umgebung. Das zieht Kreise aufgrund unserer Einheit mit allem, was existiert  und diese neuentdeckte Macht führt uns alle in ein besseres Morgen.

Gleichzeitig sollten wir unserer Einzigartigkeit folgen. Wir sind Teil des Spiels und sollten unsere Züge machen, doch dabei nicht der Angst, sondern dem Vertrauen folgen. Wer aufgewacht ist und sich daran erinnert, wer er ist, kann immens viel bewegen.

 

„Wenn alle von uns imstande sind, in die Augen unseres schlimmsten Feindes zu schauen und zu sehen, wie wir uns selbst daraus entgegenblicken, dann werden wir eine wahre Transformation der Menschheit erleben. Schritt für Schritt kann jeder einzelne von uns darauf hinwirken, sich auf Grundlage seiner eigenen Wahrheit die Realität zu erschaffen, statt blindlings dem zu folgen, was durch hergebrachte Überzeugungen und Gedanken etabliert worden ist. Indem wir auf individueller Ebene unser Gewahrsein erweitern, werden wir auf einer universellen Ebene einen Wandel bewirken.“ (Moorjani: 207)

 

Literatur:

Moorjani, Anita. Heilung im Licht: Wie ich durch eine Nahtoderfahrung den Krebs besiegte und neu geboren wurde; Goldmann, 2015
Virtue, Doreen. Dein Leben im Licht; Allegria, 2014

Walsch, Neale Donald. Der Sturm vor der Ruhe; Ullstein eBooks, 2012

 

 

 

 

 

 

© Danny Lupp / www.himmelsrichtung.net