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Unser Glaubenssatz der Gleichheit

03.02.2022

 

 

 

Entweder alle oder keiner! –

Eine Einstellung, die uns so sehr zu unserer zweiten Natur

geworden ist, dass wir sie kaum hinterfragen. Wir empfinden sie

als gerecht. Doch lass uns diese Ansicht einmal zerpflücken und

überprüfen, ob sie danach immer noch fair ist.

Schließlich wollen wir eine neue Welt kreieren, denn die alten Systeme –

wie uns die derzeitige Situation klar vor Augen führt – funktionieren so nicht mehr für uns.

Eine Veränderung in eine höher entwickelte Richtung beinhaltet auch ein neues Denken und andere Lösungen für alte Probleme. Einstein drückte es so aus: „Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind."

 

Ein Glaubenssatz ist keine Wahrheit, es ist eine Einstellung und somit veränderlich. In der Geschichte der Menschheit gab es immer wieder Gruppen und Zeiten, die anders dachten als wir heute. In Bezug auf den Gleichheitssatz brauchen uns bloß die Unterschiede zwischen Herrschenden und Untertanen, die Geschichte der Sklaverei oder der Frauenbewegung ansehen. Das Umdenken in Richtung Gleichberechtigung hat viel Leid beendet und neue Freiheiten möglich gemacht, aber das Problem nicht gelöst.

Diese Einstellung hat uns nämlich ebenso in die derzeitige Situation geleitet. Wenn wir Masken tragen müssen, dann müssen die anderen auch. Wenn wir uns sozial verhalten und uns impfen lassen, dann sollen es die anderen auch – notfalls erzwungen.

Dieser Gleichheitsgedanke wird dazu benutzt, um Texte bis zur Unleserlichkeit zu gendern und an Kinderliedern und Bundeshymnen herum zu basteln, damit sich niemand benachteiligt fühlt.

Aufgrund dieses Verständnisses von Gerechtigkeit lässt sich ein Grundeinkommen einführen und eine Enteignung der Menschen in Gang bringen. Kommunismus und Sozialismus sind auf diesem Glaubenssatz aufgebaut.

 

Diese Auffassung ist es auch, durch die viele Menschen Gott ihr Vertrauen entziehen, denn dieser scheint ein völlig anderes Verständnis von Fairness zu haben, sonst würde er nicht so viel unschuldiges Leid zulassen. Wenn wir schon bei Gott sind … das Universum existiert nicht nach unseren Glaubenssätzen, sondern nach den geistigen oder universellen Gesetzen. Es entscheidet nicht darüber, wer was erhält, sondern reagiert nur – auf unsere Schwingung, die wir aussenden. Und wir tun das ebenso:

„Gleiches zieht Gleiches an und wird durch Gleiches verstärkt. Ungleiches stößt einander ab. Das Stärkere bestimmt das Schwächere und gleicht es sich an. Jeder kann nur das anziehen, was seiner derzeitigen Schwingung entspricht. Angst zieht also das an, was wir befürchten. Unser Verhalten bestimmt unsere Verhältnisse.“ (Tepperwein: 84)

 

Und genau so wie das Universum auf uns reagiert, reagiert auch jede andere Energie auf uns – Menschen, Tiere, Pflanzen, sogar Gegenstände. Wir erhalten immer, was wir aussenden oder: Wir ernten, was wir säen. Deshalb werden wir alle gleich behandelt, obwohl es für uns oft nicht danach aussieht. Und ebenso behandeln wir alle nach dem gleichen Schema – wir reagieren auf unsere Umgebung und wenden dadurch tatsächlich ein viel effektiveres Gleichheitsgesetz an als wir uns das mit unserem Verstand ausdenken und rechtlich verordnen könnten. Doch solange wir das unbewusst tun, haben wir keinen direkten Einfluss darauf und alles in unserem Leben reagiert ebenfalls nur auf uns. Dieses Ringelspiel gilt es anzuhalten – vom bloßen Reagieren zum bewussten Agieren.

 

Durch diese Gleichheitsidee bemühen wir uns, unsere Individualität an andere Menschen anzupassen, denen wir gefallen wollen. Vieles davon läuft automatisch und unbewusst ab, da wir diese Lektion schon im Kindesalter erhalten haben und sie deshalb schon brav auswendig können.

Das alles führt zwangsläufig zu einem System der Einheitlichkeit und damit zu einer Welt, in der alle gleich behandelt werden, sich aber auch gleich zu verhalten haben. Individualität hat nur in geordneten Grenzen ihren Platz. Unser Schulsystem baut auf diesem Prinzip auf, wo alle zur Gleichheit gezähmt werden, ungeachtet ihrer Talente den gleichen Stoff lernen müssen, der auf die gleiche Art abgeprüft und in ein Notensystem gepresst wird. So erschafft man folgsame Bürger.

 

Sobald wir verstehen, dass nicht die anderen Menschen sich für uns zu ändern haben, wir nicht immer alles persönlich nehmen und uns als Opfer der Umstände verstehen, ist bereits ein großer Schritt getan. Denn wer sich als Opfer fühlt, wird immer jemanden finden, der ihn dementsprechend behandelt.

Solange sich die Menschen durch einzelne Ausreißer nicht persönlich betroffen fühlen, ist alles bestens. Doch wenn sie sich unfair behandelt glauben, bestehen sie darauf, dass sich andere an die Vorgaben anpassen. Ein solches Gefühl entsteht immer aus einer Unzufriedenheit, und solche Forderungen haben ihren Ursprung in Neid und Missgunst. Bin ich glücklich mit meinem Leben, kann es mir egal sein, was ein anderer tut. Das bedeutet nicht, dass ich es gut finden muss, aber ich kann andere ihr Leben leben lassen ohne eingreifen zu wollen.

 

„Sie [die Gesellschaft] ist nur der Spiegel dessen, was im Inneren eines jeden ihrer Mitglieder gelebt wird, so wie der Körper nur der Spiegel dessen ist, was sich in uns abspielt. Wenn die Liebe gegenwärtig ist, erstrahlt der Mensch und möchte, dass die Welt, in der er lebt, auch so ist. Wenn die Liebe nicht unser Innenleben und unser Verhältnis zur Gesellschaft bestimmt, dann breiten sich Unwohlsein, Hass, Eifersucht, Neid und Gewalt aus.“ (Dufour: 132)

 

Gleichheit wird also im Allgemeinen dort gefordert, wo sie mit den Werten kollidiert oder den Neid entfacht. Gerecht? Vielleicht, es ist wohl Ansichtssache, eine subjektive Bewertung.

Zielführend? Nicht, wenn wir aus dieser Kontrollmatrix aussteigen wollen.

 

Denn sorgt dieser Gleichheits-Glaubenssatz in unserer Zivilisation dafür, dass Diskriminierung vorgebeugt wird? Ich frage umgekehrt: Haben wir im Moment keine Diskriminierung? Löst jede Polizeigewalt eine gleich große Entrüstung der Mainstream-Medien aus? Werden alle Bürger gleich geschützt oder gibt es welche, die von Politik, Recht und Polizei schikaniert werden? Werden Arztatteste immer akzeptiert oder kommt es darauf an, wovon der Patient befreit ist? Dürfen sich alle Menschen in unserem Land gleich frei bewegen und haben alle das gleiche Recht, ihre Meinung zu äußern?

Behandelst du alle Menschen gleich oder schummelt sich selbst beim besten Willen manchmal ein Sympathieeffekt hinein?

 

Die Idee hinter diesem Gleichheitsprinzip ist eindeutig lobenswert. Doch wir sehen, dass es Hacken gibt. Eine Lösung bietet, wie so oft, keine gesetzliche, sondern ein neuer Blickwinkel in der Bevölkerung. Obwohl dieser Gedanke eigentlich nicht neu, sondern sogar sehr alt ist: „Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!“ (NT: Matthäus 7,12)

Denn tatsächlich verhält es sich so: Was ich anderen tue, das kommt immer zu mir zurück.

 

Diese neue Einstellung könnte alles ändern! Angepasst an unsere Situation und Zeit würde es bedeuten, dass man mit der Bereitschaft zuzuhören, um die Beweggründe des anderen zu verstehen und einem gewissen Maß an Empathie, um sich in den anderen hineinzuversetzen, andere viel weniger verurteilen würde. Dazu förderlich wäre auch noch die Einsicht, dass sich andere nicht immer nach mir richten sollten, sondern ihre eigene Wahrheit finden und leben dürfen. Denn jeder hat aus seiner Sicht immer recht. Diese Sicht kann durch Angst getrübt sein, aber sie hat dennoch ihre Berechtigung und ist vielleicht eine Notwendigkeit, um eine neue Einstellung zu ermöglichen.

 

Gleichheit sollte eher dahingehend definiert werden, dass jeder die gleichen Chancen hat, sich individuell zu entfalten. Es ist eine Form von Respekt, die Einzigartigkeit jedes Menschen zu würdigen und ihn nicht in eine Schublade zu stecken. Es wird freilich noch einige Zeit dauern, bis wir dieses hohe Ziel erreichen und bis dahin können gewisse Richtlinien sinnvoll sein. Doch eine Veränderung kann nur stattfinden, wenn irgendjemand damit beginnt. Ein kleiner Anfang für einen großen Wandel. In das alte System zurückzukehren wäre wie ständig giftigen Unkrautvernichter auszustreuen und auf eine saftig blühende Wiese zu hoffen.

 

 

Literatur:

Dispenza, Dr. Joe. Ein neues Ich: Wie Sie Ihre gewohnte Persönlichkeit in vier Wochen wandeln können; Koha, 2020

Dufour Dr. med., Daniel. Die Heilkraft innerer Krisen: Emotionen annehmen, ausleben - und heilen; Mankau, 2012

Tepperwein, Kurt. Die geistigen Gesetze: Erkennen, verstehen, integrieren; Arkana, 2002

 

 

© Danny Lupp / www.himmelsrichtung.net