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Schreckgespenst Sensenmann?

19.08.2021

 

 

Gibt es einen Sensenmann? Schleicht er sich ungesehen an uns heran und reißt uns brutal aus dem Leben? Haben wir kein Mitspracherecht?

Du kannst nicht gegen deinen Willen sterben,“ behauptet Neale Donald Walsch, und ebenso, dass „Sterben eine wundervolle Sache ist.“ (Walsch, Zuhause: 24, 20)

Eine wundervolle Sache? – Das ist eine neue Perspektive, selbst für uns wunderliche Spirituelle.

Der Hypnosetherapeut Dethlefsen hat es nach zahlreichen Patientenrückführungen so formuliert: „Noch niemand erzählte, dass das Totsein etwas Unangenehmes wäre.“ (Dethlefsen: 261)

 

Personen, die dem Tod begegnet sind und ihm wieder entschlüpfen konnten, sind sich einig, dass sie im todesähnlichen Zustand keine Angst hatten, sondern sich zu Hause fühlten und nicht lange allein waren. Das Begrüßungskomitee besteht aus Vorfahren, die sofort Bescheid wissen (als erhielten sie eine Handynachricht beim Tod ihres Familienmitglieds), und aus einem lichtvollen Wesen. Dieses „hat personalen Charakter und besitzt unverkennbar persönliches Gepräge. Unbeschreibliche Liebe und Wärme strömen dem Sterbenden von diesem Wesen her zu. Er fühlt sich davon vollkommen umschlossen und ganz darin aufgenommen, und in der Gegenwart dieses Wesens empfindet er vollkommende Bejahung und Geborgenheit. (…). Ohne die geringsten Abweichungen wird das Lichtwesen stets auf die oben angeführte Weise beschrieben.“ (Moody: 57, 58)

 

Sie alle fühlten sich unbeschädigt – egal, wie abgenützt ihr menschlicher Körper zu diesem Zeitpunkt war. Die Zeit scheint in der metaphysischen Welt nicht zu existieren, man kann die Gedanken der anderen … - lesen ist hier nicht ganz richtig - … eher erahnen oder gar wissen. Und das betrifft nicht nur die Toten, sondern auch die Lebenden. Man kann sie auch sofort an jedem Ort der Welt besuchen, ohne sich selbst zu bewegen. Man sieht und weiß alles, ist frei und fühlt sich unendlich geliebt.

 

Die „ehemaligen Toten“ weisen stets auf die Wichtigkeit der Gedanken hin, da diese rasend schnelle Ergebnisse liefern. Auch, wie das Universum funktioniert, ist einem Verstorbenen sehr schnell klar. Viele berichten, dass sie sich mit einem Mal erinnern konnten und alles einen logischen Sinn ergab.

 

Das zeigt, dass das Bewusstsein weiter aktiv ist, auch getrennt vom menschlichen Körper, was die gerne behauptete These widerlegt, das Gehirn sei der Sitz des Bewusstseins. Das bedeutet gleichzeitig, dass wir kein körperliches Wesen sind, sondern wohl doch eher ein spirituelles.

 

Aber nicht nur beim Zeitpunkt unseres Todes dürfen wir mitreden, sondern auch bei der Todesursache. „Du kannst unmöglich auf falsche Art sterben, und du kannst auch unmöglich nicht an dein Ziel gelangen – das in der glückseligen Wiedervereinigung mit dem Göttlichen im Kern Deines Seins besteht.“  (Walsch, Zuhause: 50)

 

Solange der Seelenplan, der vor der Geburt nach eigenem Wunsch erstellt wird, nicht erfüllt ist und der Mensch noch Lebenswillen hat, wird er nicht in seine geistige Heimat zurück gerufen oder – wie im Falle der Nahtoderfahrung – dort behalten.

Ergänzt werden die zahlreichen Berichte der Zurückgekehrten mit einer völlig anderen Einstellung zum Leben – viel positiver, auf das Gute ausgerichtet und das Gefühl der bedingungslosen Liebe, die sie erfahren haben, weitergebend. „Fast jeder Betroffene hat hervorgehoben, wie wichtig es für ihn in diesem Leben geworden sei, die Liebe zu anderen Menschen immer mehr vertiefen zu wollen, eine unvergleichlich intensive Art von Liebe.“ (Moody: 86, 87)

 

Die Angst vor dem Tod war bei diesen Menschen verschwunden, doch keiner von ihnen dachte daran, diesen Zustand durch die eigene Hand wieder herbei zu führen – nicht einmal jene, die sich durch einen Selbstmordversuch zu diesem Erlebnis gebracht hatten. Und das, obwohl sie auf der anderen Seite deutlich gespürt haben, dass es kein Urteil über sie gibt.

„In den meisten Fallgeschichten kommt das Schema von Belohnung und Strafe im Nachleben nicht mehr vor, sogar bei denen nicht, die vorher ganz selbstverständlich in solchen Begriffen gedacht hatten. Sie erlebten zu ihrem tiefen Erstaunen, dass, selbst wenn ihre ganz eindeutig schlimmen und sündigen Taten offenbar wurden vor dem Lichtwesen, dieses Wesen nicht mit Zorn und Groll reagierte, sondern nur immer mit Verständnis und sogar mit Humor.“ (Moody: 91)

 

Spannend sind in diesem Zusammenhang auch Astralprojektionen, da sie die Ergebnisse der Nahtodforschung bestätigen. Maßgebliche Forschungen zu bewusst herbeigeführten außerkörperlichen Erfahrungen werden im Monroe Institute durchgeführt, das in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts vom US-Amerikaner Robert Monroe gegründet wurde, nachdem er selbst lange Zeit mit Astralreisen experimentiert hatte.

 

Astralreisen bieten eine Möglichkeit, die Welt der Toten im Leben zu besuchen. Man unternimmt die außerkörperliche Erfahrung in einem Zustand zwischen Wachsein und Schlaf, trennt dabei seinen astralen vom physischen Körper und begibt sich dadurch ins Reich der Toten. Der berühmte Tunnel wird hier durchschritten, ebenso werden beim Übergang Schwingungszustände und Geräusche erlebt, von denen Personen, die eine Nahtoderfahrung hinter sich haben, auch oft berichten. In der Quantenphysik wird dieser Tunnel als eine Art Portal beschrieben, um auf die andere Seite zu gelangen, er wird auch als das „schwarze Loch“  oder die „Einstein-Rosen-Brücke“ bezeichnet.

Auch von geheimnisvollen, sie umgebenden Wesen sprechen Menschen nach Astralreisen oft – manchmal werden diese nur gefühlt, manchmal auch gesehen. Ebenfalls bestätigen sie, dass in der geistigen Welt Gedanken sofortige Wirkung zeigen und alles aus Energie besteht.

 

Ich fasse zusammen: Jeder stirbt selbstbestimmt und wählt Zeitpunkt und Todesart. Der Tod ist kein Ende, sondern ein Nachhausekommen, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht. Man lässt den menschlichen Körper zurück, doch nimmt Astralkörper und Bewusstsein mit. Wovor sollen wir bitte schön Angst haben?

 

Uns allen fällt es schwer, ein Ende zu akzeptieren. Deshalb freut euch: Es gibt gar keines. „Ihr sterbt nie. Das Leben ist ewig. Ihr seid unsterblich. Ihr verändert lediglich die Form. An sich hättet ihr noch nicht einmal so etwas nötig. Doch ihr habt euch dazu entschieden, das zu tun, ich nicht“, sagt Gott in „Gespräche mit Gott“. (Walsch, Gespräche: 290)

 

 

 

Literatur:

Dethlefsen, Thorwald. Das Erlebnis der Wiedergeburt: Heilung durch Reinkarnation; Bertelsmann Verlag, 1976

Moody Dr. med., Raymond. Leben nach dem Tod: Die Erforschung einer unerklärten Erfahrung; Rowohlt Verlag, 1977

Walsch, Neale Donald. Gespräche mit Gott, Band 1; Goldmann Verlag, 1997

Walsch, Neale Donald. Zuhause in Gott: Über das Leben nach dem Tode; Goldmann Verlag, 2009

© Danny Lupp / www.himmelsrichtung.net

„Ich habe keine Angst vor dem Tod, weil ich nicht an ihn glaube. Man steigt nur einfach von einem Wagen in einen anderen um.“ John Lennon